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1. Termin im FHC - Dezember 2013

Um 8:15 Uhr sind wir fit und ausgeschlafen im FHC. Max hat auch keine Probleme mit der Zeitverschiebung und schläft bis 6 Uhr. Im FHC sind wir insgesamt 6 Familien (zufällig drei aus Deutschland) und sitzen zu Beginn alle im Eingangsbereich im Kreis zusammen, wo uns Matthew begrüßt und uns den weiteren Ablauf schildert.

Unsere erste Station ist bei Maria Hernandez, die die erste Evaluierung mit Max macht. Sie überprüft seine Reflexe, testet sein Gehör und seine Wahrnehmung, sein Verständnis für Bilder und Gegenstände, bespricht mit uns seine Geschichte und die Entwicklungsschritte.

Max hat bald keine Lust mehr. Wir haben seine Decke und sein Kuscheltier im Hotel gelassen und daher nimmt sich Max keine Pausen, sondern ist ständig aktiv.

Auch hat er keinen Bock mehr auf Maria. :-/ Sie macht das alles ganz lieb und ruhig, aber er mag nicht mehr.

Darum machen wir erstmal Mittagspause, war auch ein anstrengender und langer Vormittag. In der großen Gemeinschaftsküche, richten wir unser Mittagessen her und Max kann sich dann im Spielbereich austoben. Das macht ihm Spaß.

Dann sind wir bei Dr. Bernardo Merizalde. Er geht mit uns nochmal die komplette Anamnese von Max durch und stellt einige Fragen. Er empfiehlt uns ein Homöopathikum, das wir aber vorerst nicht verabreichen werden, da wir mit Herrn Grätz sehr zufrieden sind.  Ich werde, die Aspekte auf jeden Fall mit Herrn Grätz besprechen, weil sich die beiden Ansätze sehr unterscheiden. Zum Schluss untersucht Dr. Merizalde Max noch und wir sind fertig.

Als nächstes bekommen wir Gelegenheit zwei DVD´s anzuschauen, auf denen die Stimulation der Reflexe erklärt wird. Diese DVD´s bekommen wir auch mit nach Hause. In dieser Zeit hat Max auch wieder etwas Pause.

Danach nimmt Dr. Joe noch einen Fussabdruck und empfiehlt uns eine Einlage.

Max ist jetzt echt am Ende. Wir beschließen, dass Alex mit ihm ins Hotel fährt und mit ihm eine Pause macht. Nach einer Stunde sind sie gestärkt nach einer Brotzeit und kuscheln, samt Kuscheldecke und Kuscheltier wieder da. Es geht Max viel besser. Das war wichtig.

Dr. Barry R. Gillespie macht eine Cranio Behandlung mit Max, die ihm so gar nicht gefällt und bespricht ein paar Dinge mit uns.

Zum Schluss haben wir noch einen kurzen Termin mit Carol, die mit uns die neurologische Einstufung von Max bespricht. Es ist doch noch etwas schlechter geworden, als wir das im Seminar eingeschätzt haben:

Neurologisches Alter: 10.83
21.4 % Niveau der Funktion
Es ist eine starke Schädigung, bei der sechs bis sieben Funktionen betroffen sind.

:-( Ernüchternd. Aber darauf können wir aufbauen!

Unser erster Tag ist somit zu Ende und wir fahren erschöpft ins Hotel. Dort essen wir noch eine Kleinigkeit und bringen Max ins Bett. Er schläft augenblicklich.

Am nächsten Tag treffen wir uns wieder um 8:30 Uhr im FHC. Diesmal haben wir Max‘ Kuscheldecke und seinen Hund auch dabei. Im Vorraum sitzen wir mit allen anderen Familien wieder im Kreis und jeder bekommt eine Mappe mit dem individuellen Plan und noch einige Unterlagen. Matthew bespricht einige wichtige zu beachtende Punkte mit uns.

Und dann geht es daran, unser Programm, mit den jeweils zuständigen Therapeuten zu besprechen. Wir beginnen wieder bei Maria, die mit uns die Reflexstimulation bespricht. Speziell die Reflexe, die für Max wichtig sind. Wir bekommen von ihr für jeden Programmpunkt ein Arbeitsblatt, dass wir in unsere Mappe einsortieren können. Dort ist vermerkt, welche Aufgabe wir wie und wie oft ausführen sollen.

Als nächstes ist Gregory G. Fischer an der Reihe. Er ist zuständig für den Atemreflexbeutel und sensorische Stimulatioen (riechen, fühlen & hören). Sehr wichtige Punkte bei uns. Greg ist sehr einfühlsam und geht behutsam auf Max ein. Er fühlt sich wohl und macht sogar etwas mit. Zuerst beginnen wir mit den Gerüchen. Max interessieren zumindest schon mal die Dosen. Greg zeigt uns, wir wir diese Übung am Besten mit Max machen und wieder bekommen wir für diesen Bereich ein Arbeitsblatt mit den wichtigsten Fakten. Genauso verfahren wir mit den Geräuschen und dem Fühlen.

Den Atemreflexbeutel akzeptiert Max noch gar nicht. Unsere Aufgabe ist jetzt lediglich diesen Beutel für nur 3 Sekunden an die Nase und über den Mund von Max zu halten, damit er merkt, dass das nicht schlimm ist. Ziel sind irgendwann 30 tiefe Atemzüge. Wir sind gespannt. In Greg´s Büro klappt es so einigermaßen.

Jetzt haben wir erstmal Mittagspause. Max tobt sich wieder aus. Er ist viel ausgeglichener wie gestern. Durch seine Kuschelsachen, nimmt er sich öfters raus und macht Pausen.

Gestärkt gehen wir als nächstes zu Andrea L. Stevens, die mit uns die Ernährung und Nahrungsergänzung bespricht. Wir legen ihr alle Informationen und Inhaltsstoffe unserer bisherigen Nahrungsergänzungen vor (Vemma, MAP & Moringa) und sie ist sichtlich zufrieden. Sie empfiehlt uns auch keine ihrer zahlreichen Produkte, da wir Max offensichtlich optimal versorgen. Freut mich insbesondere, weil ich von vielen anderen Familien weiß, dass sie Nahrungsergänzungen im Wert von mehreren hundert Dollar gekauft haben. Eine andere deutsche Familie hat NE im Wert von  800,- gekauft, für 4 Monate. Alles richtig gemacht bisher.

Das einzige was sie uns noch empfiehlt ist die Gluten wegzulassen. Die Abfallprodukte des Klebereiweiß kann sich für bis zu 5 Monaten im Gehirn ablagern und da natürlich stören. Daher haben wir uns entschieden, die nächsten 6 Monate ohne Gluten zu essen. Eine Herausforderung. Milchprodukte lassen wir schon lange weg. Allerdings werden wir jetzt auch auf die monatliche Pizza verzichten…

Andrea hat uns auch das tierische Eiweiß empfohlen. Wir werden wieder eine Fleischmahlzeit in der Woche einführen und Hühnereier essen. Bio versteht sich.

Dann sind wir bei Andrea fertig und wir gehen nochmal mit Maria in den Turnraum. Hier zeigt sie uns, was wir beim Kriechen und Krabbeln beachten müssen. Meine Skepsis ist groß, ob das klappt, weil Max zu Hause so gar nicht mitgemacht hat. Ich bin dann sehr erstaunt, wie toll das hier funktioniert. Mit der richtigen Technik… Wir machen drei Durchgänge, bei denen Max eine Rampe von 3 Metern runter kriecht und dann auf dem Boden wieder zurück krabbelt. Schon beim 2. Mal weiß er, ws wir von ihm wollen und macht super mit. Beschwert sich zwar ein bisschen, aber es klappt. Toller Max!

Es sollen irgendwann mal insgesamt 1000 Meter krabbeln und 250 Meter kriechen werden pro Tag…

Danach hat Matthew Zeit, mit Max eine Cranio – BodyTalk – Sitzung zu machen. Auf der Liege liegen passt ihm aber so gar nicht und er wehrt sich mit allem was er hat. Matthew meint scherzhaft: „Motorisch hat er kein Problem.“ Er gibt uns noch ein paar wichtige Punkte für uns mit und wir machen mit Max eine Spielpause.

Als letzten Termin sind wir nochmal bei Carol. Sie spricht mit uns über Grenzen setzen und das Lernen. Mir wird klar, dass ich Max viele Dinge tun lasse, damit er zufrieden ist. Allerdings wird ihm das später nichts bringen. Mein Ziel ist es, dass Max später ein selbständiges Leben führen kann. Das kann er nur, wenn er lernt Grenzen zu beachten und Regeln einzuhalten. Es war einfach eine solange Zeit, in der Max so gar keine Ansprüche und Wünsche hatte, In der er einfach nur teilnahmslos war. In dieser Zeit habe ich mir so sehr gewünscht, dass Max irgendetwas von mir fordert. Er fängt jetzt erst so richtig an, mir seine Bedürfnisse mitzuteilen und dafür bin ich so dankbar und komme denen gerne nach. Aber ich habe verstanden, dass es an der Zeit ist, das in Bahnen zu lenken.

Das Lernprogramm für Max, ist zur die Verbesserung seines Wortschatzes. Er soll noch mehr Begriffe verstehen und ein Bild vor Augen haben. Das bedeutet, er bekommt von mir das Wort, z.B. Hose gezeigt, dann das Foto einer Hose und zum Schluss die Hose selbst. Ganz einfach. Das machen wir drei Mal am Tag, mit drei Begriffen aus drei verschiedenen Themenbereichen.

Und schon gehen unsere ersten zwei Tage im Family Hope Center zu Ende. Es war spannend, aber auch anstrengend. Ich freue mich schon auf die Umsetzung, auch wenn sie mich noch etwas überfordert in meinem Kopf.

 

MEIN FAZIT:

Ich bin begeistert. Ein so perfekt organisiertes Team, mit so unterschiedlichen Fachbereichen, die optimal zusammenarbeiten. Jeder weiß, was der andere Therapeut schon besprochen hat und welche Erkenntnisse gewonnen wurden.

Und auf dem Gebiet der Gehirnentwicklung sind sie Profis. Ich bin überzeugt, dass sich bei Max in kurzer Zeit enorm viel tut! Ich freue mich auf alles was kommt.

Es ist außerdem toll, in jeder Pause mit den anderen Eltern sich auszutauschen. Die individuellen Programme sind so unterschiedlich, wie die Kinder. Jeder bekommt genau das, was er braucht.

Ich kann nur jedem empfehlen: Beschäftigt euch damit! Es sit bestimmt nicht für jeden was, aber es ist eine tolle Möglichkeit und vielleicht die Chance für unsere Kinder.

Ich bin sehr froh endlich selbst etwas machen zu können und nicht die Verantwortung für die Gesundheit und Entwicklung meiner Kinder einem Therapeuten zu überlassen. Ich weiß endlich, was ich tun kann, um Max zu unterstützen.

DANKE!