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März 2013

Nachdem Max den 17. Tag nichts isst fahren wir nochmal zum Kinderarzt. Die Blutentnahme ergibt einen Blutzuckerwert von 37! -> Notaufnahme! Ich bin am Ende. Da werden Erinnerungen wach. Ich merke, wie tief diese Angst um mein Kind, die man mal erlebt hat, sitzt!

Am Abend sind wir im Krankenhaus Traunstein. Dort bekommt er sofort eine Glukoseinfusion. Schrecklich dem eigenen Kind bei dieser Prozedur zu schauen zu müssen. Er versteht ja nicht, warum das jetzt wichtig ist für ihn. Nachdem Max ohne weitere Vorkommnisse eingeschlafen ist, fahre ich zu Anna, die bei meinen Eltern ist. Mein Mann bleibt im Krankenhaus, weil ich Anna noch voll stille und mit beiden Kindern bleibe ich nicht im Krankenhaus. Einerseits bin ich froh nicht bleiben zu müssen, auf der anderen Seite ist es hart Max dort zurück zu lassen. Aber ich weiß auch, dass er bei seinem Papa gut aufgehoben ist.

Um die Geschichte abzukürzen: Alle Werte (Blut, Urin, Speichel) ergeben nichts Außergewöhnliches. Leber, Niere und Zucker sind auffällig, normalisieren sich aber mit der Infusion und wie aus heiteren Himmel isst Max am zweiten Tag im Krankenhaus als wäre nichts gewesen. Am nächsten Tag fahren wir auf eigene Verantwortung nach Hause. Eine sehr eifrige Assistenzärztin hatte uns „gerne“ eine Folgeerkrankung der Epilepsie angedichtet und noch weiter Untersuchungen vorgeschlagen, die wir dankend abgelehnt haben.

Ich denke einfach, Max hatte durch die Mandelentzündung schreckliche Schmerzen beim Schlucken und einfach Angst davor. Irgendwann war er dann an einem Punkt, an dem er keinen Hunger mehr hatte. Allerdings fängt dann der Körper an abzubauen und da mussten wir eingreifen. ER hat auch schon 2 Kilo abgenommen und das bei dem kleinen Körper.

Zu Hause normalisiert sich alles wieder und er isst so toll und viel, wie eh und je. Die wie Kilo hat er auch gleich wieder drauf. Er ist zwar noch sehr schwach, wird aber von Tag zu Tag fitter.

 

Ich beschäftige mich momentan mit der Doman Therapie. In Deutschland gibt es einen Verein: http://www.dashirnverletztekind.de

Sehr spannend. Ich habe den Eindruck, dass uns noch etwas fehlt. Außerdem das Bedürfnis noch aktiver zu sein. Bei meinen Recherchen stoße ich auf Birgit Schichtl aus Raubling: http://www.kindertherapie-raubling.de/

Ende März haben wir einen Termin. Wir sind begeistert. Sehr nette, kompetente Frau, die ein umfangreiches Programm für Max zusammenstellt mit Nahrungsergänzung, Aufbau der Darmflora, Ernährungsempfehlung, Haaranalyse, körperliche Übungen usw. Wir sind gespannt.

Nachdem Max sich einigermaßen von der Mandelentzündung erholt hat, ist er viel offener seiner Umwelt gegenüber. Als wir zum Einkaufen in einem großen Möbelhaus sind, marschiert er einfach rum. Wie selbstverständlich läuft er durch die Möbel und hat sichtlich Freude daran. Vor kurzem wäre ihm das noch zu viel gewesen. Fremde Umgebung, viele Menschen.

Ich animiere ihn schon seit langem zum selber Essen, weil wir ihn ja immer noch füttern. Ende März schnappt er sich plötzlich das Paprikastück, das ich ihm hingelegt habe während des Kochens und steckt es in den Mund! Jetzt isst er so Häppchen selbst! Als hätte er nie was anderes gemacht.