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Vor einigen Wochen habe ich im Internet recht zufällig diese Seite entdeckt. Ich hab sie am Stück durchgelesen und festgestellt: Das ist die Seite, die ich noch vor einigen Monaten gesucht aber dazumal nicht gefunden habe! Die Ermutigung, dass es auch andere Wege als nur Medikamente geben kann. Eine Seite mit aktuellem Beispiel - ja, es ist möglich, es gibt auch andere Wege.  Unterdessen sind wir einen ganz ähnlichen Weg  gegangen, oder besser, wir sind ihn noch am gehen und haben selber gelernt - es gibt auch anderes als Schulmedizin, es ist wirklich möglich Epilepsie (resp. die Ursache einer Epi) zu heilen und nicht nur die Anfälle zu unterdrücken. Aber alles der Reihe nach:


Letzten Frühling, Ende März 2011, unsere älteste Tochter war noch nicht ganz 9 Jahre alt und  im Garten mit ihrer Schwester  am Spielen, als sie plötzlich, von mir unbemerkt, von der Schaukel gefallen ist.  Ich hab sie dann schlafend im Gras gefunden wo sie fast nicht aufweckbar war und vor allem, von nichts eine Ahnung hatte. Ich selber konnte ihr Verhalten auch überhaupt nicht verstehen und zuordnen, weil ich von Epilepsie noch fast gar keine Ahnung hatte. Er nachher habe ich gelernt, dass ihre Orientierungslosigkeit, ihr "im Kreis laufen", ihre Wut und die Tatsache, dass beim Reden ständig stockte und vergass was sie sagen wollte, dass das alles zum Erscheinungsbild Epilepsie dazugehören kann. Über Nacht war sie dann mit ihrem Vater im Spital, wo so ziemlich alles gescheckt wurde, mit dem Resultat - alles normal, ausser einer "leicht erhöhten Krampfbereitschaft" als Resultat beim EEG. Sie durften dann wieder nach Hause, nach dem Motto: "einmal ist keinmal", wir sollten uns wieder melden, falls nochmals etwas vorfallen würde.

Drei Wochen lang war dann alles völlig normal und unauffällig. Wir haben im Internet ein bisschen was über Epilepsie gelesen, aber eigentlich gedacht, dass das nun vorbei wäre, sie war ja schliesslich ein gesundes, normales Kind, ohne irgendwelche Auffälligkeiten. Bis jetzt hatte sie noch nie grössere Krankheiten gehabt. Und dann, recht unerwartet, kam der erste Grand Mal Anfall . Zufällig waren wir alle anwesend als sie plötzlich nach rechts abgedreht und umgefallen ist, steif wurde und dann zu zittern und krampfen  anfing. Gottseidank waren ihre Grand Mals immer recht kurz, so eins bis höchstens zwei Minuten, aber für uns war es eine Ewigkeit. Ich war so froh in den letzten drei Wochen schon was über Epi gelesen zu haben, sonst hätte ich nämlich gedacht sie sterbe, oder so. Das war für mich ein so überwältigendes Ereignis, dass ich im Nachhinein praktisch keine Frage mehr beantworten konnte - welche Farbe hatte ihre Haut, wie genau hat es angefangen - ich hatte keine Ahnung mehr...

Am nächsten Morgen, gleich nach dem Aufstehen hatte sie ihren nächsten Anfall. Ihre Schwester konnte sie gerade noch so auffangen und auf den Boden legen.  Ich war mit meinen Nerven schon so ziemlich am Ende, wollte aber lieber unseren Homöopathen anrufen, als den Spital. Der war allerdings gerade in den Ferien, also ging es zu einer Vertretung. Dieser Doktor gab ihr eine Portion Opiumkügelchen und mir den dringenden Rat mich doch wieder im Spital zu melden, um ein neues EEG zu machen. Im Spital meinten sie dann, dass ein neues EEG nicht mehr nötig wäre, man könne ja sehen, dass noch nichts besser sei (da musste ich ihnen ja auch recht geben), aber Leia bräuchte jetzt halt ein Anitepileptikum. Sie würden Keppra empfehlen. Das müsse langsam eingeschlichen werden, wirke mit etwas Glück so in 2 Wochen und könne, mit noch mehr Glück, ja vielleicht auch schon in 2 Jahren oder so, wieder langsam ausgeschlichen werden. Für mich brach eine Welt zusammen! Ich sollte meiner Tochter von nun an 2 mal täglich ein starkes Medikament mit all seinen bekannten und noch unbekannten Nebenwirkungen geben? Ein Medikament, welches so stark ist, dass es eingeschlichen werden muss? Tägliche Chemie um ihr Gehirn soweit lahmzulegen, dass sie dann hoffentlich keine weiteren von diesen grässlichen Anfällen mehr hat? Da wir beide der Pharmaindustrie gegenüber sowieso schon recht kritisch eingestellt waren, haben wir uns dann bedankt, gesagt wir bräuchten aber noch eine Bedenkfrist, wir würden uns bei Bedarf wieder melden.

Dann begann eine Berg und Talfahrt, bei der es immer etwas mehr runter ging als rauf. Kurz gesagt, die schlimmste Zeit meines Lebens, jedenfalls soweit ich mich zurückerinnern kann. Unterstützung hatte ich vor allem von einer Freundin, welche vor ein paar Jahren mal einen schlimmen Unfall hatte und darum auch 2 Jahre Antiepileptika einnehmen musste. Sie konnte mir diese gar nicht empfehlen. Die meisten anderen Leute unterstützen grundsätzlich schon auch die Idee, das es auch anderes als die üblichen Medikamente geben könnte, haben aber nicht wirklich eine genaue Vorstellung von Epianfällen und deren Auswirkungen in der Familie. Es hat auch Momente gegeben, bei denen einer von uns dachte: "Nein, das geht doch nicht, ich glaube besser Antiepileptika als das hier." Aber , es war noch interessant, weil jedes Mal der andere genau in diesem Moment gedacht hat, dass wir doch noch ein bisschen zuwarten sollten.

Wir wollten natürlich alles probieren und im Verlauf des nächsten Halbjahr haben wir z.B.: -  Alle noch vorhanden Energiesparlampen im Haus ausgetauscht - Es mit unserem homöopathischen Hausarzt versucht- Mit dem Essen experimentiert - Magnesium gegeben - von Kinesiologie und ähnlichem wollte Leia partout nichts wissen, sonst hätten wir auch das versuchtUnd natürlich intensiv gebetet und uns in "positivem Vorstellen" geübt. Vielleicht hat letzteres geholfen, dass wir dann schliesslich auf Dr. Grätz Texte gestossen sind?

Mehr oder weniger gleichzeitig  habe  ich auch folgende interessante Webseite gefunden: http://www.anfallsverhuetung.de/  Ich will diese Seite hier einfach noch erwähnen, weil ich mir vorstellen kann, dass sie dem einen oder anderen hilfreich sein könnte.

Dr. Grätz hat uns dann an den Herrn Heyeres verwiesen, was für uns zwar eine 5 h Reise bedeutet hat, aber das war besser als noch ein Jahr zu warten (solange ist die Wartefrist bei Dr. Grätz), was wir auch gar nicht mehr gekonnt hätten. Wir mussten ja auch nur einmal reisen, für alles weitere gibt es ja Telefon und Internet.  Ausserdem müssen wir die Behandlung selber bezahlen, weil unsere Krankenkasse im Ausland nicht bezahlt, aber der Preis ist das Resultat vielfach wert. Weil, wieder ein gesundes Kind zu haben einfach unbezahlbar ist...

Wir haben uns also bei Herrn Heyeres gemeldet und auch bald einen Termin bekommen. Am Montagmorgen, so konnten wir mit unseren 3 Kindern gemütlich über das Wochenende fahren und in der Nähe übernachten. Im Vorfeld mussten wir den Homöopatischen Fragebogen für die antimiasmatische Behandlung ausfüllen und ihm zukommen lassen. Das ist ein 16 seitiger Fragebogen, der uns einige  Zeit gekostet hat. Aber diese Zeit ist wirklich gut investiert, weil wir bei vielen Fragen zuerst mal nachdenken und fragen mussten. Dieser Fragebogen ist ein gutes Werkzeug, das Patient und Arzt hilft, sich gut vorzubereiten. Bei Herrn Heyeres waren wir dann für nochmals knapp 3 Stunden im Sprechzimmer und einige Tage später hat er uns das Rezept zugeschickt. Da Medorrhinum in dieser Potenz bei uns sehr schwer erhältlich ist, ging es noch einige Zeit, bis wir dann schliesslich mit der Kur anfangen konnten. Während dieser Wartezeit wurde es nochmals kurzfristig ganz schlimm, so dass wir beinahe doch noch in den Spital gegangen wären.  Aber ein Akutmittel half sehr gut über diese Situation und das Medorrhinum hat dann so schnell seine Wirkung gezeigt, wie ich es ehrlich gesagt nicht mal zu hoffen wagte. Etwa Anfang Dezember haben wir angefangen. Innerhalb von gut einer Woche gingen die Anfälle zurück. Seit diesem Jahr ist es bis jetzt praktisch gut, keine Grand Mals mehr, auch allgemein wieder eine viel bessere Verfassung und noch ganz selten mal beobachte ich eine Absence. Das habe ich jetzt Mitte Juni geschrieben, wir sind noch mitten in der Behandlung und ich bin gespannt wie es weitergeht. Aber wir sind zuversichtlich, haben das erste Mal seit Beginn der Anfälle auch das Gefühl, einen Weg gefunden zu haben, der wirklich was ändern kann.

Wir sind so unendlich dankbar, diese Form der klassischen Homöopathie gefunden zu haben, eine sehr starke und sanfte Methode wirklich wieder gesund zu werden. Und auch dafür, dass Andrea hier ihre Erfahrungen ins Internet gestellt hat, wo die Seite hoffentlich von suchenden Menschen gefunden werden kann. Darum habe ich hier auch unsere Geschichte in Kurzform aufgeschrieben, ich wünsche mir, dass sie hilft, suchenden Menschen Mut zu geben. Dass sie einen anderen möglichen Weg aufzeigt. Auch wenn die Stimme im Internet noch recht leise ist - ja, es gibt auch echte Alternativen zu der bei uns momentan gängigen Behandlung. Ich hoffe, ich konnte hiermit einen Beitrag leisten, dieses Wissen weiter zu verbreiten.

Wenn uns jemand kontaktieren möchte: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.